Vergangene Events 2021

Dienstag, 28. Dezember 2021

Misterioso Jazz Club

Tribute to Elvira Notari
Ein Film der italienischen Pionierin

‚A Santanotte. Dramma popolare passionale
Elvira Notari (IT 1922, 60 min)

«’A Santanotte» basiert auf einem bekannten neapolitanischen Lied und ist einer der wenigen Filme von Elvira Notari bei Dora Film, die heute noch zu sehen sind. Er ist auch ein anschauliches Beispiel für ihr Werk. Rosé Angione, eine Schauspielschülerin Elvira Notaris, spielt die Rolle der Nanninella, eines jungen Mädchens, das von ihrem Vater, den sie mit ihrem Kellnerinnengehalt unterhält, ausgebeutet und missbraucht wird. Nanninella wird gezwungen, einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt, und versucht verzweifelt, ihren Geliebten vor der Anklage des Mordes zu bewahren. Der bewegende Ton des Films wird in bester neapolitanischer Tradition zu einem gewalttätigen Höhepunkt gebracht.

Vertont wird das leidenschaftliche Melodrama vom Klangkünstler Simon Berz an Schlagzeug und selbstgebautem Lithophon. Anschliessend läuten wir das Misterioso-Jahr aus mit der wundervoll eklektischen DJ Jubia3000 an den Plattentellern.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 21. Dezember 2021

Misterioso Jazz Club

Symbiopsychotaxiplasm: Take One
William Greaves (US 1968, 75 min)

„A camera is a very intrusive element that tends to make people nervous. Like the Heisenberg principle of uncertainty, the means of perceiving often destroys the thing that’s being perceived. In other words the camera is focussed on the actors, and the actors become distracted from the basic circumstances they are supposed to be involved in, with the intrusiveness of the camera. You realise the camera investigates the psyche, the soul of the actor, in a way that makes the actor extremely self conscious. So the means of observing, as with Heisenberg, the electron microscope destroys the atom, so you never know what reality ultimately is.“ (William Greaves in 2005)

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 14. Dezember 2021

Misterioso Jazz Club

Türköz-Wogram
Saadet Türköz (voc) & Nils Wogram (pos/harmonica)

Saadet Türköz singt auf Türkisch und Kasachisch. Mit dunklem Timbre lässt sie aus Improvisationen Lieder entstehen, in denen das ganze Leid, die Freude und die Kraft des Lebens zum Ausdruck kommen. Ihre vereinnahmende, sehnsüchtige Stimme verbindet sich mit Nils Wograms virtuosem und feinfühligem Posaunenspiel, das mal zur Stimme, mal zum lautmalenden Gegenpart und dann zum Dialogpartner der Sängerin wird. Aus Worten, Silben, Lauten und Klängen kreiert das Duo Bilder mit einer faszinierenden Sogwirkung.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 7. Dezember 2021

Misterioso Jazz Club

Tribute to Lois Weber
Zwei Filme der ersten Autorin des US-amerikanischen Kinos

Suspense
Lois Weber (US 1913, 11 min)

Tapiwa Svosve solo
Tapiwa Svosve (as)

Hypocrites
Lois Weber (US 1915, 50 min)

Sanchez-García
Paula Sanchez (vcl) & Violeta García (vcl)

Nur dank der makellosen Reputation und dem hohen Ansehen, das die bedeutendste Autorin der frühen Filmgeschichte genoss, schaffte es Lois Webers „Hypocrites” im Jahre 1915 durch die Zensur. Niemand anderes hätte es sich erlauben können, einen Film über einen mittelalterlichen Asketen zu zeigen, dessen spirituelle Suche nach der Wahrheit letztendlich in einer in Stein gemeisselten nackten Frau gipfelt. Dennoch war der Skandal gross: Die nackte Wahrheit ist nicht jedem zumutbar. Als Vorfilm gibt es eine weitere kleine Stummfilmperle von Lois Weber, nämlich den rasanten Thriller „Suspense“, in dem sie selbst eine der Hauptrollen spielt.

Vertont wird „Hypocrites” von den beiden argentinischen Cellistinnen Paula Sanchez und Violeta García, die sich in Bern wiedergefunden haben, wo sie zurzeit an einem Duo-Album arbeiten. Der Kurzfilm „Suspense“ wird vom Zürcher Altsaxophonisten Tapiwa Svosva in einem seiner seltenen Solo-Auftritte vertont.

Türe 20 Uhr | Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 30. November 2021

Misterioso Jazz Club

Trio Sowari
Phil Durrant (synth), Bertrand Denzler (ts) & Burkhard Beins (perc)

At the crossroads of different acoustic and electronic worlds, Trio Sowari opens up an evolving field in which the three musicians build asymmetrical concretions and structures. The group brings together the English electronics specialist Phil Durrant, the Swiss/French tenor saxophonist Bertrand Denzler and the German percussion player Burkhard Beins, all very committed in the European contemporary experimental music. The trio has been active since 2004, played in clubs and festivals all over Europe and published three albums on Potlatch and Mikroton Recordings.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Donnerstag, 25. November 2021

Der Grosse Bär

Das zirkumpolare Jazzorchester spielt jeweils jeden letzten Donnerstag des Monats in wechselnden Besetzungen. Folgende Musikerinnen und Musiker sind regelmässig mit dabei:

Yumi Ito (voc), Saadet Türköz (voc), Peter Landis (ss, ts), Lino Blöchlinger (as, bss), Sebastian Strinning (ts), Nils Fischer (as, bars), Manuel Mengis (tp), Valerio Lepori (pos), Bernhard Bamert (pos), Flo Stoffner (g), Roberto Domeniconi (p, synth), Flo Götte (b, synth), Luca Ramella (dr), Fredy Studer (dr) & David Meier (dr)

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 23. November 2021

Misterioso Jazz Club

Tribute to Germaine Dulac
Der erste Spielfilm der Grande Dame der Avantgarde mit Live-Vertonung

La Cigarette
Germaine Dulac (FR 1919, 50 min)

Zimmermann-Berther
Tizia Zimmermann (acc) & Martina Berther (b)

Germaine Dulacs erster Spielfilm, ein Schlüsselwerk des kinematographischen Impressionismus folgt dem Leben einer emanzipierten jungen Pariserin, welche die Eifersucht ihres Ehemannes, eines reaktionären Archäologen erweckt. Mittels natürlichen Schauspiels, Location Shooting und diverser moderner Techniken wie zum Beispiel assoziativer Montage schafft es Dulac, konventionelle Geschlechterrollen zu dekonstruieren.

Vertont wird dieser Meilenstein des feministischen Filmes von zwei jungen Zürcher Musikerinnen, die erstmals im Duo aufeinandertreffen: der Akkordeonistin Tizia Zimmermann und der E-Bassistin Martina Berther.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Samstag, 20. November 2021

Misterioso & IOIC présentent Le Manoir de la peur

Le Manoir de la peur
Alfred Machin & Henry Wulschleger (FR 1924, 77 min)

Lanz-Keller-Rehnert
Joke Lanz (turntables), Beat Keller (g) & Thomas Rehnert (dr, synth)

Le Manoir de la peur ist der erste fantastische Film, den Alfred Machin in seinem Atelier in Nizza drehte, nach einer Reihe von Komödien, Dramen und Satiren, die sehr erfolgreich waren, nicht zuletzt dank der Tiere auf der Leinwand, die ihn seit seinen beiden Aufenthalten in Afrika umgeben hatten. So finden wir August, den Schimpansen, der eine beunruhigende Rolle übernimmt. Im nördlich von Nizza gelegenen Dorf Gattières fand Machin schlichte Fassaden und enge, verwinkelte Gassen vor, genau richtig für eine unheimliche Atmosphäre, die er zudem durch neuartige künstliche Beleuchtung verstärkte. Der Hauptdarsteller ist eine romantische Figur, eine ruhelose Seele in einen grossen Umhang gehüllt und mit einem breiten schwarzen Hut. Wenn man dann noch ein Herrenhaus vor einem gequälten Himmel sieht, zu dem man über einen verlassenen Friedhof gelangt, und die verzerrten Innenräume, die durch ungewöhnliche Perspektiven eingefangen werden, fühlt man sich fast in einem deutschen expressionistischen Film. Sicherlich zu viel für die Kritiker und das Publikum jener Zeit, die nicht erwartet hatten, Alfred Machin auf diesem Terrain des Seltsamen und Fantastischen zu begegnen.

Das Trio kombiniert akustisches Schlagzeug, analoge Modularsysteme, Feedbacker-Gitarre und Turntables in einer improvisierten Live-Performance, die Noise-, Drone-, Hardcore- und Free-Jazz-Elemente enthält. Ihre Musik zeichnet sich durch die Verflechtung von elektroakustischen und rein akustischen Klängen, die direkte Interaktion der Musiker und die oft überraschenden Ergebnisse aus.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 16. November 2021

Misterioso Jazz Club

Emmeluth’s Amoeba
Signe Emmeluth (as), Karl Bjorå (g), Christian Balvig (p) & Ole Mofjell (dr)

Emmeluth’s Amoeba is a groundbreaking Danish/Norwegian quartet consisting of four of the most exciting musicians on the Scandinavian scene right now. The group has toured throughout Europe extensively for the past few years. With creative music that moves through characters of free jazz to chamber music like shapes with fierce energy it is hard to be left untouched: “The music carries with it echoes of greats like Albert Ayler and Peter Brötzmann. Emmeluth seamlessly steers the band from uncompromising free jazz in one moment, to more strident jazz in the next. It sounds very tough!”

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 9. November 2021

Misterioso Jazz Club

Tribute to Alice Guy-Blaché
Sechs Filme der grossen Pionierin mit Live-Vertonungen

Cupid and the Comet
Alice Guy (US 1911, 12 min)

Les chiens savants
Alice Guy (FR 1902, 4 min)

Les Résultats du féminisme
Alice Guy (FR 1906, 7 min)

Une histoire roulante
Alice Guy (FR 1906, 3 min)

L’Enfant sur la barricade
Alice Guy-Blaché (FR 1906, 6 min)

Chapellerie et charcuterie automatique
Alice Guy (FR 1900, 1 min)

Slide Ensemble
Gemma Galeano (sax), Ferran Gorrea (sax), Marina Melo (harp) & Diego Kohn (vla)

Alice Guy-Blaché (geboren 1873 als Alice Ida Antoinette Guy) ist die grosse Pionierin des frühen Filmes, deren Namen in einem Atemzug mit den Brüdern Lumière, Georges Méliès und Edwin S. Porter genannt werden müsste. Ihr filmisches Werk umspannt die ganze Spannbreite vom frühen Kino der Attraktionen über den narrativen Film bis hin zum Kino als einer neuen Kunstform, wobei ihr leider verschollener Film «La Fée aux Choux» (1896) als erster fiktionaler Film überhaupt gilt. Wir zeigen eine kleine Auswahl ihrer frühen französischen sowie ihrer späteren ab 1907 in den USA gedrehten Filme. Die späteren Filme sind nicht zuletzt auch beredtes Zeugnis ihres dezidiert politischen Kunstverständnisses, insbesondere was die Geschlechterfrage betrifft.

Vertont werden die Filme vom Slide Ensemble, das sich mit Musik der Gegenwart sowie mit Improvisation und kollektiven musikalischen Praktiken beschäftigt. Das Slide Ensemble besteht aus in Zürich wohnhaften Musikerinnen und Musikern aus Spanien, Brasilien und Argentinien, die allesamt auf eine internationale Karriere und Erfahrung in zeitgenössischer Musik sowie der freien Improvisation zurückblicken können.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Samstag, 6. November 2021

Ursula Bachmann „Bewildered Hearts“

Ursula Bachmann (voc, p, comp), Tobias Pfister (ts) & Phelan Burgoyne (dr)

„Bewildered Hearts“ ist das Debütalbum des gleichnamigen Trios der Zürcher Sängerin und Pianistin Ursula Bachmann mit Tobias Pfister (CH) am Tenorsaxofon und Phelan Burgoyne (GB) am Schlagzeug. Die Musik des Trios sprengt Genre-Grenzen, verbindet Singer-Songwriting mit Nordic und Modern Jazz. Bachmann betitelt ihre Musik mit Poetic Chamber Jazz.

Im Fokus der Songs steht die Stimme von Ursula Bachmann, die sich durch ihre Reinheit auszeichnet. Sie hat den Mut, Brüchigkeit zuzulassen und dann wieder in milder Stärke aufzutreten. Die Songs aus der Feder der Bandleaderin enthalten Tiefgang und trotzdem viel Leichtigkeit, wie das nur Ursula Bachmann vereinen kann. Sie bezeichnet sich als Wortesammlerin und schafft es, mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe Text und Ton zu einem bilderreichen poetischen Klang zu verweben. Die Songs widerspiegeln die Schönheit, die es täglich überall zu beobachten gibt.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 2. November 2021

Misterioso Jazz Club

Update: Alfred Zimmerlin muss leider krankheitsbedingt absagen. Wir wünschen ihm gute Besserung! Neu springt der Bieler Live-Elektroniker Gaudenz Badrutt ein.

Very New Electric Trio Kimmig-Studer-Badrutt
Harald Kimmig (vl), Daniel Studer (b) & Gaudenz Badrutt (elec)

***

New Electric Trio Kimmig-Studer-Zimmerlin
Harald Kimmig (vl), Daniel Studer (b) & Alfred Zimmerlin (vcl)

Das Trio Kimmig-Studer-Zimmerlin greift nach langjährigem Spiel mit den akustischen Instrumenten zu elektrischen Streichinstrumenten und Elektronik. Seit mehr als zehn Jahren als akustisches Trio unterwegs auf europäischen Bühnen, öfter auch mit Gästen, wie John Butcher, Paul Lovens, Philip Zoubek und vielen anderen. Auch die Zusammenarbeit mit Musikern mit elektrischen wie elektronischen Instrumenten wurde immer wieder gesucht, so mit Elliott Sharp, George Lewis oder eRikm. Vor Kurzem ist auf dem Label ezz-thetics (HatHut) ein Konzertmitschnitt „Trio Kimmig-Studer-Zimmerlin And George Lewis“ auf CD erschienen.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Der Grosse Bär

Saadet Türköz (voc), Manuel Mengis (tp), Valerio Lepori (trb), Bernhard Bamert (pos), Lino Blöchlinger (ts), Peter Landis (ts, ss), Sebastian Strinning (ts), Nils Fischer (bs, bcl), Roberto Domeniconi (p, elec), Flo Götte (b, elec) & David Meier (dr)

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 26. Oktober 2021

Misterioso Jazz Club

ALL THEM TAKES – by Puts Marie & Jonas Kocher
Max Usata (voc, dr, synth), Sirup Gagavil (g), Beni 06 (farfisa), Igor Stepniewski (b, fl), Tobi Schramm (dr)

ALL THEM TAKES ist ein musikalisches Spiel, ganz nach Mass von Jonas Kocher für Puts Marie. Die klangliche Identität der Band wird an ihre Grenzen getrieben und durchgeknetet, um dann in der Dringlichkeit des Augenblicks herauskatapultiert zu werden.

Eine Kollision von Klängen, Riffs, Grooves, Spoken Words und hypnotischen Wiederholungen die ins Absurde führen. Ein Chaos in resoluter Rock-Energie und ein teuflisch präzises Uhrwerk zugleich.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Montag, 25. Oktober 2021

Misterioso Jazz Club

ALL THEM TAKES – by Puts Marie & Jonas Kocher
Max Usata (voc, dr, synth), Sirup Gagavil (g), Beni 06 (farfisa), Igor Stepniewski (b, fl), Tobi Schramm (dr)

ALL THEM TAKES ist ein musikalisches Spiel, ganz nach Mass von Jonas Kocher für Puts Marie. Die klangliche Identität der Band wird an ihre Grenzen getrieben und durchgeknetet, um dann in der Dringlichkeit des Augenblicks herauskatapultiert zu werden.

Eine Kollision von Klängen, Riffs, Grooves, Spoken Words und hypnotischen Wiederholungen die ins Absurde führen. Ein Chaos in resoluter Rock-Energie und ein teuflisch präzises Uhrwerk zugleich.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 19. Oktober 2021

Misterioso Jazz Club

CD-Taufe “Elastic”
Creative Works Records

Roebke-Leimgruber-Baker
Jason Roebke (b), Urs Leimgruber (ss) & Jim Baker (p, synth)

Der Luzerner Sopransaxophonist Urs Leimgruber trifft auf zwei Grössen aus Chicago: Jason Roebke am Kontrabass und Jim Baker am Piano und ARP Synthesizer.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Samstag, 16. Oktober 2021

Conference Call

Gebhard Ullmann (ts, bcl), Uwe Oberg (p), Joe Fonda (b) & Dieter Ulrich (dr)

Sie ist seit 20 Jahren eine „Transatlantische Entente“ der Superlative, die Band „Conference Call“! In ihrer langen Geschichte hat sie die Grauzone zwischen Amerikanischer und Europäischer Jazz-Ästhetik bis in alle Winkel hinein bearbeitet, um zu einer ganz eigenen Art des Improvisierens zu finden: Kaum eine Band, die sich auf beiden Seiten des Atlantiks so erfolgreich etablieren konnte!

Der Saxofonist Gebhard Ullmann ist in Deutschland wie in den USA eine der wegweisenden Stimmen und Träger einer ganzen Reihe wichtiger Auszeichnungen; ebenso weitreichende Achtung geniesst auch der Pianist Uwe Oberg. Mit Joe Fonda steht am Bass eine echte Legende des zeitgenössischen Jazz, und für die hochfliegenden Pläne der drei erwies sich Dieter Ulrich am Schlagzeug schliesslich als folgerichtige Schnittstelle.

Türe 20 Uhr  |  Konzert 20:30 Uhr

Dienstag, 12. Oktober 2021

Misterioso Jazz Club

Diaphane
Frantz Loriot (vla), Raphael Loher (p), Carl Ludwig Hübsch (tba) & Carlo Costa (dr)

This international quartet Diaphane creates a rich and acoustic sound universe. The emphasis is put on the instant of creation, using and playing a language made of extended techniques they’ve developed. The four musicians interact to create diverse musical spaces with a particular attention put on details. Moments of calm and silence also play an important role in their music. Translucid and mysterious, they create together a unique sonic scape.

Türe 20:00 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 5. Oktober 2021

Misterioso Jazz Club am Videoex Festival 2021
Kunstraum Walcheturm | Kanonengasse 20

El sexto sentido
Nemesio M. Sobrevila (ES 1929, 65 min, 35mm)

Humanization 4tet
Luís Lopez (g), Rodrigo Amado (ts), Aaron Gonzalez (b) & Stefan Gonzalez (dr)

Die Auseinandersetzung mit dem Film im Film selbst hat in Spanien eine lange Tradition, die sich bis auf Nemesio M. Sobrevilas dritten Film «El sexto sentido» (1929) zurückverfolgen lässt. Dass sich die verschiedenen Gruppierungen der Avantgarde in ihrem Selbstverständnis immer wieder dezidiert von anderen unterscheiden mussten, ist hinlänglich bekannt. Hier handelt es sich aber um den seltenen Fall eines Filmes, der mit den Mitteln der Avantgarde gegen die Avantgarde aufbegehrt. Sobrevila will die Möglichkeiten und Eigenheiten der Filmsprache selbst erforschen. Um dies mit rein filmischen Mitteln zu erreichen, erschafft er die Figur des Filmtheoretikers Kamus, eine deutliche Parodie auf die selbstherrlichen Avantgarde-Apostel, und lässt verschiedene ästhetische Postulate und avantgardistische Rhetoriken über den Film im Film selbst aufeinanderprallen.

Vertont wird der in einer neu restaurierten 35mm-Kopie gezeigte Stummfilm vom internationalen Humanization 4tet, in dem die beiden Portugiesen Luís Lopez and Rodrigo Amado auf die beiden Brüder Aaron und Stefan Gonzalez aus Texas treffen. Tief verwurzelt im Jazz reicht ihre Musik von der einfachsten Melodie zum aggressivsten Noise, von der organischen Improvisation zur gezielten Komposition, ohne jeweils das primäre Ziel aus den Augen zu verlieren, nämlich die Konstruktion und Ausformung einer eigenen Identität.

Der Stummfilm wird in Zusammenarbeit mit dem IOIC – Institute of Incoherent Cinematography im Rahmen des Gastprogrammes zum spanischen Experimentalfilm am Videoex Festival im Kunstraum Walcheturm gezeigt.

Festivalkasse ab 17 Uhr  |  Programm 22:00 Uhr

Montag, 27. September 2021

Pre-Opening Misterioso Jazz Club II

Massicot
Simone Aubert (g), Mara Krastina (b) & Colline Grosjean (dr)

„As ever the groove is the key to Massicot’s sound. Simple, seductive and human. The band choreograph their way around the spaces between traditional spiritual story telling, mysticism of Northern European pagan folklore, and latin and middle-eastern inspired polyrythms topped off with a little post-punk. The arrangements are full and juicy whilst formed from the simplest elements. The bouncing percussive tapestries are coupled with thick pulsating basslines which form the meandering but tightly wound rolling beats. Over which go the accenting citric guitar hooks and the soothing Latvian chant-like choral vocal melodies. Massicot create a carnival dance that locks in the mind whilst luring the body.“ (Piccadilly Records)

Massicot on Bandcamp

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Donnerstag, 23. September 2021

Pre-Opening Misterioso Jazz Club I

Mujica-Sanz
Manongo Mujica (perc, dr) & Luís Sanz (elec)

Manongo Mujica is a Peruvian percussionist, composer and visual artist. His constant search for sounds, from native to electronic, has even led him to compose music from silence. Luis Sanz is a Swiss-based artist working with extreme synthesis processes, sound morphology and physical audiovisual experiences through recording, installation, performance, and video.

Peruvian-Swiss duo Mujica-Sanz explores Andean and Alpine sonic imaginaries by mixing global and local cultural elements through sound collages that resemble Peruvian and Swiss soundscapes as if they were soundtrack interventions through live music.

In the frame of the South America exchange programme «COINCIDENCIA» of the Swiss Arts Council Pro Helvetia.

www.manongomujica.com | www.luissanz.ch

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Sonntag, 19. September 2021

KIT Detalkshow

Lukas Huber wird zusammen mit dem Kollektiv International Totem – aka Léo Collin, Nuriia Khasenova und Kay Zhang – eine (hoffentlich niederschwellige!) Performance zeigen, bei der mittels Videos, Lautsprechern, Mikrofonen, Beamern, Synthesizern, Flöten, etc. z.B. Themen(felder) wie Vergänglichkeit, freie Improvisation und Knight Rider behandelt werden. Aber auch Essen, Trinken, Reden und Co. sollen nicht zu kurz kommen: Wir haben Zeit! Ihr auch?

www.lukashuber.net
www.kollektivtotem.com

Türe 16:30 Uhr  |  Programm 17 Uhr

Sonntag, 27. Juni 2021

Der Verboten – Plattentaufe

Der Verboten
Frantz Loriot (vla), Antoine Chessex (ts), Cédric Piromalli (p) & Christian Wolfarth (perc)

Die Musik von Der Verboten changiert zwischen improvisierter Musik, zeitgenössischem Jazz und akustischer Experimentalmusik. Im Laufe der Zusammenarbeit haben die vier Musiker eine äusserst differenzierte Klangsprache entwickelt. Obwohl das Quartett konzeptuell und sehr strukturiert arbeitet, bleibt die Kunst der Improvisation für das Ensemble zentral, so dass die Musik von Der Verboten immer wieder neu und in Echtzeit erlebbar wird. Der Fokus liegt in der kollektiven Erforschung von Klangfarben und einzigartigen Strukturen.

Konkret werden dichte Texturen erzeugt, in denen jedes einzelne Instrument koexistiert und als Teil des Ganzen funktioniert. Die Musik von Der Verboten ist fluide. Die vier Musiker kreieren homogene Klanggebilde, die sich ständig verändern, ohne sich dabei jemals aus den Augen bzw. Ohren zu verlieren. Die Musik des Quartetts bietet eine anspruchsvolle Reise, welche die klangliche Imagination der Zuhörer fordert und eine poetische Echtzeiterfahrung mit sich bringt.

Türe 16:30 Uhr  |  Programm 17:00 Uhr

Dienstag, 25. Mai 2021

Misterioso Jazz Club im Kunstraum Walcheturm
Kanonengasse 20 | 8004 Zürich

Limpe Fuchs
Limpe Fuchs (perc, vl, obj)

Zum Abschluss der Saison heissen wir die legendäre deutsche Proto-Krautrock-Künstlerin Limpe Fuchs willkommen! Seit über 50 Jahren beglückt die Grande Dame der psychedelischen Klangkunst ihr Publikum mit Performances, die irgendwo zwischen Happening und Konzert angesiedelt sind. Mit ungebrochener Spielfreude und kindlichem Enthusiasmus bewegt sich die 80-jährige Perkussionistin auf traumwandlerisch-verträumte Weise durch eine verzauberte Landschaft selbstgebauter Instrumente, durch einen Wald lauter eigenwilliger Skulpturen aus Holz, Metall und Stein. Turn on, tune in, drop out…

Stoffner-Ulrich
Flo Stoffner (g) & Dieter Ulrich (dr)

Eröffnet wird der Abend von zwei begnadeten Zürcher Improvisatoren, dem Gitarristen Flo Stoffner und dem Schlagzeuger Dieter Ulrich, die hiermit ihren ersten öffentlichen Auftritt als Duo bestreiten.

Achtung: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gilt eine strikte Maskenpflicht und der Platz ist auf maximal 50 Gäste beschränkt. Es empfiehlt sich eine Voranmeldung per Mail: info@theinstitute.ch

Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung

Sonntag, 23. Mai 2021

Echo Private Sessions

Bob Spring – American Dream – Albumtaufe

Mit der Taufe von Dark Country Songwriter Bob Springs Album »American Dream« startet Echo Kollektiv in die Post-Pandemie Konzert Saison. Unter der Flagge »Private Sessions« werden exklusive Konzerte, so wie der Name bereits sagt, im privaten Rahmen durchgeführt.

Pro Show haben jeweils gerade mal 10 Gäste Eintritt, dafür gibt es an der Albumtaufe zwei Shows, die erste um 16, die zweite um 20 Uhr. Bereichert wird das Musik-Erlebnis mit einem kleinen Apero & Buffet mit kulinarischen Köstlichkeiten & Weinen von Südhang. Tickets für den Sonntag, 23. Mai sind ausschliesslich über den Vorverkauf bei Eventfrog erhältlich.

Bob Spring ist einer der interessantesten Geheimtipps zurzeit. Fast etwas lichtscheu, arbeitet und feilt er in seinem Homestudio unentwegt an seinen Songs. Die Intensität und Ausdruckskraft als Songwriter und Performer zeichnen ihn als eines dieser sehr raren und beeindruckenden Ausnahmetalente aus.

Das aktuelle Album »American Dream«, im digitalen Space bereits seit längerem unterwegs, ist sehr gut vom Publikum aufgenommen worden und man kann sagen, dass die Welt nun interessiert und erwartungsvoll auf Bob Spring schaut.  (D.T.Koller)

Dienstag, 18. Mai 2021

Misterioso Jazz Club

Plattentaufe „kaputt“
Wide Ear Records

Zimmermann-Lienhard
Tizia Zimmermann (acc) & Pablo Lienhard (no-input mixer)

„kaputt“ lautet der Titel des Debutalbums von Tizia Zimmermann und Pablo Lienhard, welches im Mai 2021 auf dem Schweizer Label Wide Ear Records erscheint. Tiefe wummernde Sounds, stehende Klänge, feine Melodien und virtuose Passagen. Das Akkordeon und das Mischpult gleichen sich mehr, als es scheint. Obwohl die Klangerzeugung ihrer Instrumente derart unterschiedlich ist, versuchen Tizia Zimmermann und Pablo Lienhard die Grenzen von akustisch und elektronisch erzeugten Klängen aufzuheben und sich einander improvisatorisch anzunähern. Mal verschmelzen sie zu Einem, mal lässt das Duo die Welten aufeinanderprallen.

Achtung: Der Abend ist ausverkauft! Wegen der Pandemie-Auflagen können wir leider keine weiteren Gäste empfangen.

Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung

Dienstag, 11. Mai 2021

Misterioso Jazz Club

Charlotte Hug & Lucas Niggli Duo
Charlotte Hug (vla, voc) & Lucas Niggli (dr, perc)

From their contrasting positions, using improvisation and with great compositional awareness, in the sense of instant composing, the duo explores the potential of their great range: how close and how far can they be and still communicate with one another and even create sparks? Hug and Niggli allow the extremes of tone and energy in their instruments – the fragile and the robust – to collide purposefully and release their charge like a flash of lightning. The thunder roll which they attract acquires a life of its own. […] the duo allow the extreme tonal opposites to come close together, to touch, to rub, to merge into one another – to the point where percussion and voice are barely recognisable as such and are perceived rather as a hybrid “third sound”. (Barbara Eckle 2018)

Achtung: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gilt eine strikte Maskenpflicht, ist keinerlei Konsumation erlaubt und der Platz ist auf maximal zwölf Gäste beschränkt. Eine verbindliche Voranmeldung per Mail inklusive aller fürs Contact-Tracing benötigten Angaben, also Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer und E-Mail ist unabdingbar: info@theinstitute.ch

Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung

Dienstag, 4. Mai 2021

Misterioso Jazz Club

Neumann-Weber
Andrea Neumann (DIY, elec) & Christian Weber (b)

Seit 1996 entwickelt und spielt Andrea Neumann ein eigenes Instrumentarium, das sogenannte Innenklavier, ein saitenbespannter, mittels Präparationen bespielter und mithilfe von Mischpult und diversen Pick-ups verstärkter Alurahmen. Sie war massgeblich an der Entwicklung der Berliner Echtzeitmusik beteiligt, die in den Freiräumen des Ostteils Berlins nach dem Mauerfall in einem kulturellen Koordinatensystem aus Hausbesetzung und freier Improvisation, Punk und Neuer Musik, Noise und Free Jazz, sozialem Experiment und Performancekunst entstand. Für ihren Auftritt im Misterioso Jazz Club spannt sie mit dem virtuosen Zürcher Kontrabassisten und Wahl-Chaux-de-Fonnier Christian Weber zusammen.

Achtung: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gilt eine strikte Maskenpflicht, ist keinerlei Konsumation erlaubt und der Platz ist auf maximal zwölf Gäste beschränkt. Eine verbindliche Voranmeldung per Mail inklusive aller fürs Contact-Tracing benötigten Angaben, also Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer und E-Mail ist unabdingbar: info@theinstitute.ch

Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung

Dienstag, 27. April 2021

Misterioso Jazz Club

Paris-Cinéma
Pierre Chenal (FR 1929, 49 min)

Menschenstoff
Florian Kolb (dr, perc), Hyazintha Andrej (vcl) & Joan Jordi Oliver (elec)

Wie entsteht ein Film? In der frühen cinematographischen Reportage «Paris-Cinéma» führt uns Pierre Chenal mit einer Handkamera bewaffnet hinter die Kulissen der französischen Filmindustrie der 1920er Jahre und präsentiert die mechanischen Voraussetzungen und künstlerischen Prozesse der «septième art», wie die Filmkunst in Frankreich liebevoll genannt wird. Ganz im Sinne seines Vorbildes Dziga Vertov stellt er rückblickend fest: «L’homme-caméra, le ciné-œil, ces expressions dans ce cas disent bien ce qu’elles veulent dire : l’appareil […] devient un de vos organes.»

Vertont wird der Stummfilm vom dreiköpfigen Ensemble Menschenstoff, das sich weitläufiger unbehilflicher Apparate zu phantastischen Zwecken bedient, um im musikalischen Laboratorium künstliches Leben zu erschaffen, was selbstverständlich nur in Anwesenheit des Teufels möglich ist.

Achtung: Aufgrund der aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie gilt eine strikte Maskenpflicht, ist keinerlei Konsumation erlaubt und der Platz ist auf maximal zwölf Gäste beschränkt. Eine verbindliche Voranmeldung per Mail inklusive aller fürs Contact-Tracing benötigten Angaben, also Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer und E-Mail ist unabdingbar: info@theinstitute.ch

Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung

Dienstag, 20. April 2021

Misterioso Jazz Club

Ten Nights in a Bar Room
Roy Calnek  (US 1926, 63 min)

Rohrer-Szafirowksi-Freire
Thomas Rohrer (rabeca), Jan Mikael Szafirowski (g) & Fabio Freire (perc)

Mit seiner brillanten Verkörperung des Brutus Jones, der Hauptrolle in Eugene O’Neills Theaterstück «The Emperor Jones» (1920) wurde Charles Sidney Gilpin zu einem der bedeutendsten Schauspieler der frühen 1920er Jahre. Aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit O’Neill, der sich weigerte das N-Wort aus dem Stück zu nehmen, da es intrinsisches Moment seiner dramatischen Intention sei, verlor Gilpin seine Rolle an den jüngeren aufstrebenden Schauspieler Paul Robeson.

Nach der langen Kontroverse und dem Verlust seiner Paraderolle verfiel der masslos enttäuschte Gilpin der Alkoholsucht und fand keinen Weg mehr zurück nach Broadway. Seine Karriere brach zusammen und er musste sich mit Rollen im Film begnügen, also einem Medium, das seinerzeit bei Weitem nicht das hohe Ansehen des Theaters genoss. Um den Dämon Alkohol geht es auch im Stummfilm «Ten Nights in a Bar Room», in dem der von Gilpin gespielte Protagonist aufgrund seines Konsums nach und nach alles verliert, was ihm wichtig ist…

Vertont wird der Film vom Rabeca-Spieler Thomas Rohrer, dem Gitarristen Jan Mikael Szafirowski und dem Perkussionisten Fabio Freire. Wer letzten August am IOIC-Festival im Moods war, erinnert sich sicherlich an ihre grossartige, durch Mark und Bein gehende Vertonung des ersten Filmes mit Josephine Baker in der Hauptrolle: „La Sirène des tropiques“.

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Türe 20 Uhr  |  Programm pünktlich um 20:30 Uhr  |  Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung