Vergangene Events 2026

Dienstag, 22. September 2026

Misterioso Jazz Club

Plattentaufe „Ondanaconda“
Les Disques Bongo Joe 2026

Ondanaconda
Laurent Bruttin (mouth harp), John Menoud (mouth harp), Daniel Zea (mouth harp) & Antoine Läng (mouth harp)

Ondanaconda komponiert nicht mit der Maultrommel, sondern durch sie. Für ihr selbstbetiteltes Debütalbum macht das Quartett dieses oft als archaisch empfundene Lamellophon zur einzigen Klangquelle der Platte. Die Maultrommel, die seit Jahrhunderten auf allen Kontinenten von Asien bis Europa zu finden ist, wird an den Zähnen gespielt, wobei der Mund als Resonanzraum dient und der Klang durch Atem und Körperbewegungen geformt wird. Hier, verstärkt, präpariert und manchmal bis an ihre Grenzen getrieben, wird sie zu Percussion, Bass, Drone und Textur – ein wahrer Mundsynthesizer mit unermesslichen Möglichkeiten.

Zwischen Performance und Trance erschafft Ondanaconda ein nicht identifizierbares Klangobjekt, irgendwo zwischen kollektivem Ritual und rohem elektroakustischem Experiment. Jedes Stück entsteht aus spezifischen Instrumentenkombinationen, die klangliche Affinitäten und rhythmische oder harmonische Potenziale ausloten, dabei aber Raum für Abdriften und Improvisation lassen. Wiederholung fungiert als instabiler Motor, der Muster verbiegt, bis sie sich in etwas anderes verwandeln.

Gemeinsam weben Laurent Bruttin, Antoine Läng, John Menoud und Daniel Zea eine dichte, sich wandelnde Masse, in der sich einzelne Stimmen in einer organischen, fast halluzinatorischen Polyphonie auflösen. Als Kontinuum konzipiert, entfaltet sich das Album als hypnotischer Fluss, als physische und immersive Musik, die sich vom Mund zum Körper bewegt und den umgebenden Raum durchdringt. Ein radikales UFO an der Schnittstelle von Konzert, Performance und Klanginstallation.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 15. September 2026

Misterioso Jazz Club

Protéa
Victorin-Hippolyte Jasset (FR 1913, 50 min)

Meklin Nicolai Weiss
Anna-Kaisa Meklin (vga), Giancarlo Nicolai (laud) & Sandra Weiss (bsn, as)

Proteus, der Sohn Poseidons in der griechischen Mythologie, besass die doppelte Gabe, die Zukunft vorherzusagen und seine Gestalt nach Belieben zu verändern. Als würdige Erbin ist Protéa eine dimorphe Heldin, eine Vorreiterin des Cross-Dressings, Königin der Verwandlungskunst und des augenblicklichen Wandels. In der Zeit der ersten Schritte der siebten Kunst spielt Victorin Jasset mit Protéa eine Rolle als Vermittler zwischen dem „gedruckten Kino“ (den Fortsetzungsromanen) und dem Kino in Bewegung. Doch – im Gegensatz zu anderen Werken jener Zeit – verdankt Protéa der Literatur nichts und begründet einen eigenständigen filmischen Mythos, eine Figur, die aus dem Kino geboren wurde und für das Kino bestimmt ist. Von da an prophezeit Protéa unter anderem die Zukunft eines Genres im Kino: den Spionagefilm. Um im Register der Superheldinnen zu bleiben: Es gibt eine direkte Linie von Protéa (Josette Andriot) zu Black Widow (Scarlett Johansson).

Vertont wird der Film vom Trio Meklin Nicolai Weiss, das improvisierte Musik mit Einflüssen aus Jazz, Alter Musik, Klassik und Neuer Musik verbindet. Die aussergewöhnliche Besetzung mit Viola da Gamba, Laute, Fagott und Saxofon erzeugt einen organischen, vielschichtigen Klangraum, in dem die Erforschung von Klang und Resonanz im Zentrum steht. Die drei Holzinstrumente – gewachsen aus jahrhundertealten Bäumen – treffen auf das Saxofon als transformiertes Naturmaterial. So entsteht ein musikalischer Dialog zwischen Holz, Metall, Atem und Raum.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 8. September 2026

Misterioso Jazz Club

We Are Old
Elio Amberg (as), Xaver Rüegg (b) & Paul Amereller (dr)

Dieses Trio bewegt sich an der Schnittstelle von komplexen rhythmischen Strukturen und destillierten musikalischen Ideen bewegt. Der Altsaxophonist Elio Amberg, der Kontrabassist Xaver Rüegg und der Schlagzeuger Paul Amereller arbeiten seit über fünf Jahren zusammen und haben in dieser Zeit einen präzisen, dynamischen und klar wiedererkennbaren Bandsound entwickelt.

Ihre Musik bewegt sich fliessend zwischen komponiertem Material und Improvisation, geprägt von Repetition, Abstraktion und einem starken, energetischen Puls. Form und Intention stehen im Mittelpunkt, während die Musik gleichzeitig offen, flexibel und im Moment lebendig bleibt. Die Präzision und physische Greifbarkeit der Klänge im ihrem Zusammenspiel erzeugt einen Sog, welcher Musik von we are old Dringlichkeit und Klarheit gibt.

In einem zweiten Set wird das Trio mit dem Gitarristen, Audio-Designer und Improvisator Mikael Szafirowski kollaborieren. Er wird das Trio live mit elektronischen Effekten und Sound-Manipulationen bearbeiten und die akustischen Instrumente in Echtzeit erweitern, verfremden und neu kontextualisieren. So entsteht so eine offene, unmittelbar reagierende Klangsituation.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 1. September 2026

Misterioso Jazz Club

CD-Taufe „bijou“
Relative Pitch Records 2026

Florian Stoffner solo
Florian Stoffner (g)

Flo Stoffner ist unverwechselbar und einzigartig in seiner Art, Gitarre zu spielen. Eine Dekonstruktion des Gitarrenspiels, die als „eine Art Autopsie des Gitarrensounds“ bezeichnet wurde. Solo oder in Zusammenarbeit mit Musikern wie Paul Lovens, Rudi Mahall, John Butcher, Chris Corsano, Albert Cirera, Vasco Trilla oder Hans Koch, aber auch der Spoken-Word-Künstlerin Anna Frey, ist er zu einer der herausragenden Figuren der europäischen Improvisationsszene geworden. Ebenso vorausschauend wie rückwärtsgewandt hält er die Fahne des Instant Composing hoch und beweist immer wieder, wie lebendig, überraschend und aktuell die Tradition der freien Improvisation heute ist.

***

Tierra en trance
Colectivo Los Ingrávidos (MX 2022, 38 min)

Jamira Estrada
Jamira Estrada (elec)

Das sind die tanzenden Körper in aufgeregter Ekstase: Vorspiel zur Trance, Anrufung der Götter, Weihe der Unbeständigkeit. Hier funkelt unser Blickwinkel unter dem Bann und der Trance der versammelten, gefallenen, nachgebenden, regnerischen Dinge, des mesoamerikanischen Windes, des Atems der Göttin, der Brise aus Stöcken, der perkussiven Hölzer. Die hypnotische Collage „Tierra en Trance“ des nie genug gelobten mexikanischen «Colectivo Los Ingrávidos» lotet sensorische Grenzen aus und verknüpft Rituale, sozialen Kampf und Erinnerung miteinander.

Vertont wird der rasant geschnittene Experimentalfilm von der schweizerisch-mexikanischen elektroakustischen Komponistin und Live-Elektronikerin Jamira Estrada. Ihr Debütalbum „HUM“ (2024, czarnagora) dreht sich um Drone, Noise und elektroakustische Musik und schafft eine komplexe und intime Erzählung, in der die Körperlichkeit des Instruments greifbar wird und ätherische Stimmen in einer rohen, taktilen Präsenz verankert werden.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Freitag, 28. August 2026

open house

Hausfest Elisabethenstrasse 14a

17 Uhr   Bar & Apéro riche
18 Uhr   Atelierbesichtigungen
19 Uhr   Tanzkurs
20 Uhr   Konzert Patrizia Leone
21 Uhr   Konzert Héloïse
22 Uhr   Stummfilme mit Constanza Pellicci & Iokoi
23 Uhr   DJ Misterioso

Eintritt frei, Kollekte (Cash & Twint)

Dienstag, 28. April 2026

Misterioso Jazz Club

LDL – Leimgruber-Demierre-Lehn
Urs Leimgruber (ss), Jacques Demierre (p) & Thomas Lehn (synth)

Bei der Dreieckskonstellation des Trio LDL stehen zwei Tasteninstrumente – das akustische Klavier und der analoge Synthesizer, deren Klangsignale technisch wechselseitig miteinander verkoppelt sind – Urs Leimgrubers Sopransaxofon im Zentrum des Klangbildes gegenüber. Das Resultat ist eine hochentwickelte Kultur musikalischer Improvisation, deren Basis das feine, höchst sensible Aushören des Klangraumes bildet. Und dieser umfasst hier sowohl das musikalische Geschehen der individuellen und kollektiven Gestaltprozesse als auch den Raum selbst, in welchem der kreative Akt stattfindet, einschliesslich seiner akustischen Beschaffenheit und der raumtransformierenden Publikumspräsenz.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 21. April 2026

*** Abgesagt! ***
Misterioso Jazz Club

Leider musste Satoko Fujii den Rest der Tour kurzfristig absagen. Der Misterioso Jazz Club vom 21. April fällt somit aus. Das Konzert wird im Herbst nachgeholt.

Satoko Fujii Quartet
Satoko Fujii (p), Natsuki Tamura (tr), Takeharu Hayakawa (b) & Tatsuya Yoshida (dr)

Vor mehr als zwei Jahrzehnten erschütterte das Satoko Fujii Quartet die Welt der improvisierten Musik mit ihrer donnernden Fusion aus Avant-Rock und raffiniertem Free Jazz. Jetzt hat sich die Band wieder zusammengefunden und startet erneut durch mit ihrer rohen, unbändigen Energie, die sich in Fujiis launischen, unvorhersehbaren Kompositionen entfaltet. Das lyrische Feuer des Trompeters Natsuki Tamura, die emotionale Tiefe und surreale Logik von Fujis Kompositionen und Klavierspiel, der kraftvolle Rock’n’Roll-Antrieb des Bassisten Takeharu Hayakawa und die explosive Kraft des Schlagzeugers Tatsuya Yoshida verschmelzen zu überwältigenden Wellen glühender Klänge und mitreissender Energie.

Mit ihrem neuen Album «Burning Wick» (Libra) führt Satoko Fujii ihr kraftvolles Avant-Jazz-Rock-Fusion-Quartett in neue Richtungen. Die 2001 gegründete und nach fünf Alben auf Eis gelegte Band kam letztes Jahr wieder zusammen und hat nichts von ihrer Verspieltheit und ihrem Wagemut verloren, während Fujii ihre einzigartige Energie für eine weitere vergnügliche Reise ins Unbekannte nutzt. „Ich habe mehr Spass als je zuvor, mit dieser Band zu spielen“, sagt Fujii. „Wir kennen uns besser, wir respektieren uns gegenseitig und wir geniessen die Unterschiede zwischen unseren jeweiligen Stilen. Wir sind nicht mehr jung – unser Durchschnittsalter liegt bei 68 Jahren –, aber wir haben so viel Spass daran, gemeinsam Musik zu machen, dass wir uns wie Teenager fühlen.“

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 14. April 2026

Misterioso Jazz Club

Somervell-Rohrer-Koch
Philip Somervell (p, elec), Thomas Rohrer (rabeca, ss) & Hans Koch (cl)

Das Duo von Philip Somervell und Thomas Rohrer ist aus der experimentellen Musikszene von São Paulo nicht mehr wegzudenken und hat bereits mit zahlreichen renommierten Musikerinnen und Musikern dies- und jenseits des Atlantiks zusammengearbeitet. Für den Abend im Misterioso Jazz Club spannen die beiden mit Hans Koch zusammen. Philip Somervells musikalisches Schaffen basiert auf experimentellen und intuitiven Ansätzen am (präparierten) Klavier und der Live-Elektronik. Thomas Rohrer spielt Sopransaxophon und Rabeca, eine traditionelle brasilianische Geige, und bewegt sich zwischen der Erforschung des klanglichen Potenzials seiner Instrumente und den Möglichkeiten kollektiver Improvisation. Der Holzbläser Hans Koch arbeitet seit Jahrzehnten unermüdlich an der Erweiterung seines Vokabulars und Klangs, was ihn zu einer ganz besonderen Stimme der europäischen freien Improvisation macht.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 7. April 2026

Misterioso Jazz Club

L’Inferno
Francesco Bertolini, Adolfo Padovan & Giuseppe de Liguoro (Italien 1911, 65 min)

Pfisterpunkt
Tobias Pfister (ts, elec) & Noah Punkt (b, elec)

Wie ein zum Leben erwachtes Gemälde von Hieronymus Bosch verbindet dieses Meisterwerk des frühen italienischen Stummfilmes biblische Themen mit Fantasie, Gotik und herrlich Obszönem. Trotz ausufernder Sensationslust und Sinnlichkeit legitimierte die Produktion der ersten Cantica von Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“ durch Milano Films das Kino als „siebte Kunst“, sowohl in Italien als auch im Ausland. Mit beeindruckenden Spezialeffekten, aussergewöhnlichem Produktionsdesign und einem exorbitanten Budget war „L’Inferno“ die erste Superproduktion der Filmgeschichte – ein internationaler Blockbuster mit einer Laufzeit von rund drei Stunden. Und obwohl nur ein Drittel dieser Laufzeit erhalten geblieben ist, gilt das Werk bis heute als eine der faszinierendsten Literaturverfilmungen jener Zeit.

Vertont wird dieser frühe Horrorfilm vom Duo pfisterpunkt. Zu Beginn noch im akustischen Setting loten Tobias Pfister und Noah Punkt momentan die Möglichkeiten ihrer elektrisch verstärkten Instrumente aus: Saxofon und E-Bass. In diesem intimen aber reichhaltigen Setting geben sie sich enthusiasmiert dem Lauf der Dinge hin und untersuchen die Themen Raum, Mikrovariation und repetitive Klangmuster. Blindes Vertrauen und taktiles Vorpreschen beschleunigen die Schritte. Haltlos und bodenlos, manchmal auch extensiv genussvoll richtungslos. Schweben, ziehen, drücken und schlendern. Elektrisch modifiziert, abstrahiert und dekonstruiert.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 31. März 2026

Misterioso Jazz Club

Wallace-Vázquez-Trilla
Eli Wallace (p), Pablo Vázquez (b) & Vasco Trilla (dr)

Musikalisch ist der Sound des Trios mit dem Pianisten Eli Wallace aus New York, dem Kontrabassisten Pablo Vázquez aus Buenos Aires und dem Schlagzeuger Vasco Trilla aus Barcelona geprägt von Spontaneität, Vielschichtigkeit und kollektiver Energie. Die Musiker navigieren zwischen komplexen rhythmischen Gefügen, eruptiven Klangflächen, lyrischen Melodien und feinen Zwischenräumen mit Obertönen.

Das Piano übernimmt dabei eine zentrale Rolle: mal perkussiv-treibend, mal klangmalerisch mit Clustern und Obertönen, dann wieder poetisch und melodisch – es vermittelt zwischen Energie und Stille, Struktur und Freiheit und fungiert als Impulsgeber und Resonanzkörper. Schlagzeug und Bass greifen diese Ideen auf, entwickeln sie weiter und schaffen gemeinsam eine Musik, die durch Gleichberechtigung, Offenheit und permanente Wandlung besticht.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 24. März 2026

Misterioso Jazz Club

Les mystères du château de Dé
Man Ray (FR 1929, 19 min)

Un chien andalou
Luis Buñuel & Salvador Dalí (FR 1929, 16 min)

Mello-Sirkiä-Wolf
Marina Mello (harp), Annika Johanna Sirkiä (tba) & Nicolas Wolf (dr)

Die Surrealisten sahen im Film das ideale Medium, um bürgerliche Konventionen wie Story, Plot, Charakter und Setting zu überschreiten und die aristotelischen Kategorien von Zeit und Raum umzustürzen. Der reine Film ist in ihren Augen eine eigenständige und unabhängige Kunstform, die sich weder an der Literatur noch am Theater orientieren, sondern einzig und alleine die dem Medium eigenen Stilmittel herausarbeiten soll. Durch einzigartige cinematographische Mittel wie Montage, Kamerabewegungen und -winkel, Überblendungen und weitere optische Effekte entstehen visuelle Kompositionen, die abstrakte emotionale Erfahrungen vermitteln.

Selbst nicht dem engeren Kreis der Surrealisten angehörend, aber durchaus in regem Austausch mit seinen wichtigsten Exponenten, hat der amerikanische Maler, Fotograph und Filmemacher Man Ray wie wenig andere diese Idee des reinen Kinos, des Cinéma pur umgesetzt und dabei Kunstwerke von unerreichter Schönheit geschaffen. Man Ray gebürt auch die Ehre, Luis Buñuel und Salvador Dalí in den Kreis der Surrealisten eingeführt zu haben, indem er «Un chien andalou» ins Begleitprogramm für die Erstaufführung seines eigenen Films «Les mystères du château de Dé» nahm. Die Surrealisten waren begeistert.

Vertont werden die beiden Kurzfilme von der Brasilianerin Marina Mello an der Harfe, der Finnin Annika Johanna Sirkiä an der Tuba und dem Schweizer Nicolas Wolf an der Perkussion, einem Trio, das sich einer radikalen freien Improvisation verschrieben hat. So klingt von ihrem traditionellen Kontext gelöste Musik, wenn sie von Hierarchien und Egoismus befreit ist. Eine sensible, einfühlsame und die kleinsten und leisesten Nuancen auslotende Musik, in der beabsichtigte Noten denselben Wert haben wie zufällige, in der Spielen gleichbedeutend ist mit Stille.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 17. März 2026

Misterioso Jazz Club

Stoffner-Buck
Flo Stoffner (g) & Tony Buck (dr)

Der in Berlin lebende australische Schlagzeuger und Perkussionist Tony Buck ist Mitbegründer des Avantgarde-Jazz-Trios The Necks (gemäss New York Times «the greatest trio on earth»), war Initiator der legendären Industrial-Band Peril (mit Otomo Yoshihide und Kato Hideki) und gilt heute als weltweit zentrale Figur der improvisierten Musik. Der Schweizer Gitarrist Flo Stoffner wiederum hat mit Musikern wie Paul Lovens, Rudi Mahall, John Butcher und Chris Corsano gespielt und ist für seinen präzisen, detailreichen und oft subtilen Ansatz der freien Improvisation bekannt. Im Misterioso Jazz Club treffen die beiden zum ersten Mal aufeinander.

***

Pellicci-Vogel
Constanza Pellicci (voc) & Linda Vogel (harp, voc)

Die argentinische Performance-Künstlerin und Sängerin Constanza Pellicci und die Schweizer Harfenistin und Sängerin Linda Vogel haben sich anlässlich einer kollektiven Improvisation mit dem von Caroline Kraabel initiierten ONe_Orchestra New kennengelernt und arbeiten im Moment an ihrer ersten Platte als Duo. Constanza Pellicci nähert sich der Improvisation an mit dem Ziel, die Möglichkeiten der Gesangskunst im Sinne einer Ästhetik, Ethik und Erotik der Stimme zu erweitern. Linda Vogel erweitert das Klangspektrum ihres Instruments durch den Einsatz von Effektpedalen und erweiterten Spieltechniken. Ein Duo mit zwei Stimmen und einer Harfe, wie man sie nur selten hört.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 10. März 2026

Misterioso Jazz Club

Bruno Spoerri & Helge Van Dyk
Bruno Spoerri (as, elec) & Helge Van Dyk (p, elec)

Der Schweizer Jazzmusiker, Live-Elektroniker und Komponist Bruno Spoerri spielte mit Jazz-Grössen wie George Gruntz, Clark Terry, Albert Mangelsdorff oder Lee Konitz. Daneben schuf er Musik für Spielfilme wie «Tauwetter» (1977) von Markus Imhoof, «Teddy Bär» (1983) von Rolf Lyssy oder «Der Kongress der Pinguine» (1993) von Hans-Ulrich Schlumpf und befasste sich auch ausgiebig mit der Geschichte des Jazz in der Schweiz als Herausgeber des Werkes «Jazz in der Schweiz. Geschichte und Geschichten». 2017 erhielt er den Swiss Jazz Award für sein Lebenswerk.

Helge van Dyk ist freischaffender Tontechniker, Komponist und Produzent. Er wagt sich nun zusammen mit Bruno Spoerri in das Abenteuer der improvisierten Computermusik. Sie erschaffen zusammen eine immersive Reise, in der melodische Details, vielschichtige Elektronik und filmische Harmonien auf agilen Rhythmus und spontanen Dialog treffen. Zwei unverwechselbare Stimmen vereinen sich auf einer Bühne für einen Abend mit intensiven Hörerlebnissen und kühnem Zusammenspiel.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Sonntag, 8. März 2026

Zusatzkonzert

Fiona Daniel „transitions“
Fiona Daniel (voc, p, elec), Emma Thomazeau (harp, voc) & Louise Meynard (vcl, voc)

Die mittlerweile in der Romandie lebende Zürcher Musikerin Fiona Daniel ist zurück mit ihrer glasklaren Engelsstimme, ihrer zauberhaften Klangwelt und dem ersten Album nach langer Pause. Sie hat sogleich am international renommierten Cully Jazz Festival alle Herzen erobert und kommt nun endlich auch in ihre alte Heimat Zürich: „transitions“ (2025) handelt von Übergängen, die man nicht plant, die einen verändern — von Zeit, die verloren ging und die man sich zurückerobert.

Die Platzzahl ist begrenzt, wir empfehlen, den Vorverkauf zu nutzen:
Link zum Vorverkauf via Eventfrog

Türe 13:00 Uhr  |  Programm 13:30 Uhr

Samstag, 7. März 2026

Konzert und Werkstattgespräch

Fiona Daniel „transitions“
Fiona Daniel (voc, p, elec), Emma Thomazeau (harp, voc) & Louise Meynard (vcl, voc)

Patient Records und Das Institut präsentieren einen besonderen Anlass mit Fiona Daniel: Ein Werkstattgespräch eröffnet den Abend – danach spielt Fiona mit ihrem Trio das aktuelle Album „transitions“.

Die mittlerweile in der Romandie lebende Zürcher Musikerin Fiona Daniel ist zurück mit ihrer glasklaren Engelsstimme, ihrer zauberhaften Klangwelt und dem ersten Album nach langer Pause. Sie hat sogleich am international renommierten Cully Jazz Festival alle Herzen erobert und kommt nun endlich auch in ihre alte Heimat Zürich: „transitions“ (2025) handelt von Übergängen, die man nicht plant, die einen verändern — von Zeit, die verloren ging und die man sich zurückerobert.

Das von Nadja Zela moderierte Werkstattgespräch gibt Einblick in Arbeitsprozesse, künstlerische Entscheidungen und die Lebensrealitäten in der Musikszene – ein Abend über Abtauchen und Auftauchen, Mut und das Weitermachen, wenn’s kompliziert wird.

Stimmig, dass am Wochenende des Internationalen Frauentags zwei zweifache Mütter und zwei jüngere Künstlerinnen ihre Erfahrungen teilen!

Achtung: Die Veranstaltung ist ausverkauft! Tickets für Zusaztkonzert am Folgetag:
Vorverkauf Zusatzkonzert via Eventfrog

Türe 19:30 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 3. März 2026

Misterioso Jazz Club

Camille Émaille & Anna Frey
Camille Émaille (dr, perc) & Anna Frey (voc)

Die Performances der Improvisationsvirtuosin Camille Émaille, zwischen Gongs und Fässern, Becken und Fellen, sind sowohl Seiltanz als auch Klangskulptur. Es ist eine zugleich prekäre und spektakuläre Architektur, die sich da zusammenfügt, eine zarte und angespannte Dramaturgie, ein graziles und animalisches Körper-an-Körper mit einem Klangmaterial, das sie knetet und betätigt.

Auf und durch dieses Musikgebilde, bewegt sich die Rapperin und Lyrikerin Anna Frey, mal erzählerisch, mal stotternd, mal in souveränem Flow, mit ihren poetischen, melancholischen und absurden Texten. Das Publikum darf gespannt sein, auf das unmittelbare Zusammenspiel dieser zwei eigenwilligen Musikerinnen.

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Leila Bordreuil
Leila Bordreuil (vcl, elec)

Die in Brooklyn, New York wohnhafte französisch-amerikanische Cellistin, Komponistin und Klangkünstlerin Leila Bordreuil greift auf so unterschiedliche Konzepte wie Noise, zeitgenössische Klassik, Free Jazz und experimentelle Traditionen zurück, ohne sich jedoch an eines davon zu binden. Ihre Musik verbindet tiefe Melancholie mit ohrenbetäubenden Noise-Walls und wurde von der New York Times als „unerbittlich bissige Musik, die lange und ätzende Atonalitäten bevorzugt“ beschrieben. Leila fordert die konventionelle Cellopraxis durch extreme erweiterte Techniken und unorthodoxe Verstärkungsmethoden heraus, sodass es manchmal so scheint, als würde sie eher das PA-System als das Cello spielen.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 24. Februar 2026

Misterioso Jazz Club

Doro Schürch & Hans Koch
Dorothea Schürch (voc, saw) & Hans Koch (bcl, ss)

Die Zürcher Stimmkünstlerin Doro Schürch hat als Sängerin und mit ihrer singenden Säge seit den 1980ern mit den bedeutendsten Exponenten der freien Improvisation zusammengearbeitet, von Irène Schweizer, Stephan Wittwer und Werner Lüdi über Paul Lovens, Han Bennink und Radu Malfatti bis hin zu Phil Minton, John Butcher und Zeena Parkins. Im Misterioso Jazz Club trifft sie im Duo auf den nicht minder umtriebigen Bieler Bassklarinettisten und Sopransaxophonisten Hans Koch, bestens bekannt als ehemaliges Mitglied von Koch-Schütz-Studer, dem Hardcore Chamber Music Trio mit dem Cellisten Martin Schütz und dem Schlagzeuger Fredy Studer.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 17. Februar 2026

Misterioso Jazz Club

The Exquisite Thief
Tod Browning (US 1919, 11 min, Fragment)

Vicenta
Musidora (FR 1920, 19 min, Fragment)

Chôkon
Daisuke Itô (JP 1926, 14 min, Fragment)

Ephemeral Fragments
Korhan Erel (elec), Emily Wittbrodt (vcl) & Florian Walter (tubax)

Selbst der wahrscheinlich bekannteste aller Stummfilme, nämlich Fritz Langs «Metropolis», war bis vor wenigen Jahren nur als Fragment erhalten geblieben. Als 2008 in Buenos Aires 25 zusätzliche Minuten Film gefunden wurden, galt dies – auch wenn es sich «nur» um eine eher schlecht erhaltene 16mm-Kopie handelte – zurecht als Sensation. Nahezu unbekannt ist der Umstand, dass nicht nur der allergrösste Teil des Stummfilmerbes für immer verloren ist, sondern dass unzählige Filme lediglich fragmentarisch erhalten sind. Nicht zuletzt auch solche von namhaften Regisseurinnen und Regisseuren. Wir zeigen drei solche Fragmente von Filmen des nie genug gelobten Tod Browning, der die Surrealisten in Ekstase treibenden Musidora und des für die Entwicklung des Samurai-Films zentralen Daisuke Itô.

Vertont werden die Filmfragmente von Ephemeral Fragments, das Improvisationstrio mit Florian Walter am Tubax, Emily Wittbrodt am Cello und Korhan Erel an der Elektronik. Ihre Musik zeichnet sich durch eine enorme Dichte an Texturen und Klangtiefe aus, ohne sich zu weit von einem soliden Gefühl der Kontrolle und Reduktion zu entfernen: “Da braut sich mit atmosphärischer Dichte so Einiges zusammen in hybriden Farbmischungen, feinen Geräuschnuancen und melodischen Restbeständen zwischen Unruhe und Kontemplation, versehen mit einem gehörigen Quantum Melancholie.” (neue musikzeitung)

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 10. Februar 2026

Misterioso Jazz Club

A Sixth Part of the World
Dziga Vertov (UdSSR 1926, 84 min)

MIYAMELO
Miya (fl, DIY elec) & Melo (fl, DIY elec)

Der aufwändige von über zehn Kameraleuten in allen Ecken der Sowjetunion gedrehte Film wurde auf Anhieb für seine lyrischen Qualitäten gepriesen und als monumentales Gedicht über die Erde, als grandioses Lied und als Symphonie der Fakten beschrieben. Sowjetische Hardliner andererseits wiesen auf ideologische Mängel hin aufgrund der relativen Abwesenheit der Arbeiterklasse und einer Betonung der Ethnografie auf Kosten der Industrie. Die zentrale These des Films lautet aber, dass die Überschussproduktion einfacher lokaler Güter notwendig ist, um im Ausland schwere Maschinen, darunter „Maschinen, die Maschinen herstellen“, zu erwerben. So können auch abgelegene Völker am Rande der sowjetischen Gesellschaft am Aufbau und an der Modernisierung der sowjetischen Wirtschaft teilhaben. Die geografische Beweglichkeit spiegelt sich dabei in Vertovs Verwendung von Überblendungen und Split-Screens wider, Techniken, die er in «Der Mann mit der Kamera» (1929), seinem unbestrittenen Meisterwerk, radikalisieren wird.

Vertont wird dieser bildgewaltige Experimentalfilm von MIYAMELO, einem elektroakustischen Duo aus Zürich und Tokio an erweiterten Flöten und selbstgebauten Improvisationsmaschinen. Im Mittelpunkt steht die Improvisationsmaschine, eine eigenständige musikalische Einheit mit eigener Handlungsfähigkeit, die aus Software und Hardware besteht und über Sensoren, Algorithmen und den Atemfluss der Interpretin einen Dialog mit deren Verhalten herstellt. Jede Maschine schafft einen Spiegel, der die Tendenzen ihres menschlichen Schöpfers widerspiegelt und ihn gleichzeitig dazu drängt, ausserhalb seiner Komfortzone zu spielen. Wenn zwei solche Spiegelsysteme aus unterschiedlichen Universen aufeinandertreffen, entstehen durch die Interaktionen exponentiell neue Formen des Musizierens. Oder in Norihiro Ukawas Worten: „MIYAMELO’s performance is like listening to a conversation between two almost extinct birds who have found each other for the first time in the digital era.“

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 3. Februar 2026

Misterioso Jazz Club

ErikM & Gaudenz Badrutt
ErikM (elec) & Gaudenz Badrutt (elec)

ErikM & Gaudenz Badrutt bilden ein seltenes und prägnantes Duo an der Schnittstelle zwischen experimenteller Elektronik und elektroakustischer Improvisation. Ihre Zusammenarbeit erkundet Reibungszonen zwischen Live-Sampling, elektronischen Systemen und klangbasierter Performativität und webt einen dichten und unmittelbaren Dialog, der auf Geräuschtexturen, spannungsgeladenen Phasen der Stille und unerwarteten klanglichen Ereignissen basiert.

Gaudenz Badrutt vertritt einen minimalistischen und detailreichen Ansatz für Echtzeit-Elektronik. ErikM beschäftigt sich mit hybriden elektronischen Setups in einer sehr physischen und engagierten Manipulation von Klang. Zusammen schaffen sie einen fliessenden Hörraum, angetrieben von einem nicht-hierarchischen Dialog, in dem jede elektronische Geste zu lebendiger Materie wird – schwebend zwischen Spannung und Entstehen.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 27. Januar 2026

Misterioso Jazz Club

DJ Illvibe & Sartorius
Vincent von Schlippenbach (turntables) & Julian Sartorius (dr, perc)

Der Berliner Produzent und Turntablist DJ Illvibe aka Vincent von Schlippenbach, bekannt für seine meisterhafte Manipulation von Vinyl und sein Gespür für urbane Sounds, trifft auf den Berner Schlagzeuger und Klangforscher Julian Sartorius, der Klangräume aus Alltagsgeräuschen und präparierten Instrumenten erschafft. Diese Begegnung zweier Meister der experimentellen Klangkunst entführt das Publikum in die Welt der freigeistigen Musik.

Mit Vinyl, Plattenspielern, Drums und diversen Klanginstrumenten erschaffen sie fesselnde Klanglandschaften, die organische Rhythmen und elektronische Texturen miteinander verweben. Jede Show wird zu einem besonderen Erlebnis, bei dem Spontaneität und Kreativität im Mittelpunkt stehen. Zwischen knisterndem Vinyl, fesselnden Beats und unerwarteten Texturen loten die beiden Klangpioniere Grenzen aus und überraschen mit immer neuen Ideen.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 20. Januar 2026

Misterioso Jazz Club am Stummfilmfestival im Filmpodium

Salt for Svanetia
Mikhail Kalatozov (UdSSR 1930, 62 min)

Don Malfon-Stoffner-Trilla
Don Malfon (as), Flo Stoffner (g) & Vasco Trilla (dr)

«In Oberswanetien lebt die Bevölkerung von der Schafzucht und der Arbeit im Steinbruch. Aufgrund der Witterung sind die Menschen grosse Teile des Jahres von der Aussenwelt abgeschnitten. Einflüsse der Moderne sind bislang kaum bis dorthin vorgedrungen; alte Traditionen und Überlieferungen prägen das Zusammenleben. Die Beschaffung des für Menschen wie Tiere lebenswichtigen Salzes war bislang eine gefährliche Angelegenheit; ein Strassenbauprojekt soll das nun ändern.» (filmdienst.de)

Vertont wird dieser bildgewaltige Film von zwei Katalanen, dem Saxofonisten Don Malfon und dem Schlagzeuger Vasco Trilla, sowie dem Zürcher Gitarristen Flo Stoffner, die zu den kreativsten und prominentesten Exponenten der europäischen freien Improvisation zählen. Seit wenigen Jahren ein Trio, bedienen sich Malfon, Stoffner und Trilla ständig wechselnder, überraschender Klänge aus einem scheinbar unerschöpflichen Repertoire an Ideen. Ihre Musik ist abwechslungsreich, überraschend und wach und wirkt trotzdem, als würden sie schon seit Jahrzehnten zusammenspielen.

Der Anlass findet in Zusammenarbeit mit dem Stummfilmfestival Zürich, einer Koproduktion von Filmpodium und IOIC – Institute of Incoherent Cinematography statt. Vorverkauf via filmpodium.ch

Türe 20:30 Uhr  |  Programm 20:45 Uhr

Dienstag, 13. Januar 2026

Misterioso Jazz Club am Stummfilmfestival im Filmpodium

Soul of the Cypress
Dudley Murphy (US 1920, 9 min)

Danse Macabre
Dudley Murphy (US 1922, 7 min)

Rapsodia satanica
Nino Oxilia (IT 1917, 45 min)

Sopraterrra
Magda Drozd (Violine, Elektronik) & Nicola Genovese (Altsaxophon, Elektronik)

Die greise Aristokratin Alba d’Oltrevita sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schliesst einen Pakt mit dem Teufel: Wenn sie auf die Liebe verzichtet, erhält sie von Mephisto ewige Schönheit. Zwei Brüder umwerben Alba. Den leidenschaftlichen Sergio weist sie verächtlich zurück, sie will Tristano, Sergios Bruder. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als Sergio sich erschiesst und Alba das erste Mal wieder Reue und Liebe verspürt. Sie ist bereit, dafür Vergänglichkeit anzunehmen. Verschleiert als Braut Tristanos, geht Alba tanzend dem Tod entgegen.

Im Vorprogramm zeigen wir zwei kurze Filme des amerikanischen Regisseurs Dudley Murphy. In «Soul of the Cypress», einer Variation des Orpheus-Mythos, verliebt sich der Protagonist in eine Waldnymphe, deren Seele in einem alten Baum wohnt, und stürzt sich ins Meer, um unsterblich zu werden und die Ewigkeit mit ihr zu verbringen. In der visuellen Symphonie «Danse Macabre» versuchen die Jugend (gespielt vom Balletttänzer Adolph Blom) und die Liebe (Ruth Page) dem Tod (Olin Howland) während der Pest in Spanien zu entkommen.

Vertont werden die Filme von Sopraterra, dem Duo der Violinistin Magda Drozd und des Saxofonisten Nicola Genovese. Die zwischen Ambient und Drone oszillierenden, melancholischen Kompositionen von Sopraterra weisen vielfältige Anklänge an Post-Rock, Shoegaze, Psychedelic sowie an die spätmittelalterliche Ars Nova oder barocke Kammermusik auf. Das beinahe musik-archäologisch anmutenden Bandprojekt zeigt, dass solche klanglichen Erkundungen zu überraschenden und berührenden Entdeckungen führen können.

Der Anlass findet in Zusammenarbeit mit dem Stummfilmfestival Zürich, einer Koproduktion von Filmpodium und IOIC – Institute of Incoherent Cinematography statt. Vorverkauf via filmpodium.ch

Türe 20:30 Uhr  |  Programm 20:45 Uhr

Dienstag, 6. Januar 2026

Misterioso Jazz Club am Januarloch Festival
Ouvertüre zur kulturellen Regeneration

In Zusammenarbeit mit dem Schönegg-Varieté
Schöneggstrasse 5  |  bei K3000 klingeln

Aya Metwalli
Aya Metwalli (elec, voc)

Die ägyptische Sängerin und Live-Elektronikerin versteht sich besonders auf den mikrotonalen arabischen Maqam-Gesang. Mit analogen Synthesizern erzeugt sie düstere Texturen und seltsame, beunruhigende Klanglandschaften, die die Ankunft eines Sensenmannes ankündigen, der niemals kommt.

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Khorkhordina-Wong
Carina Khorkhordina (tr) & Eric Wong (elec)

Mit zahlreichen kleinen Lautsprechern, minimalen Klängen und Bewegungen bespielen die Trompeterin Carina Khorkhordina und der Elektroniker Eric Wong konkrete Räume, indem sie die spezifische Akustik verschiedener Ecken des Raumes für ihre Klangpalette nutzen.

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The Submarine Eye
Winthrop Kelley (US 1917, 48 min)

Dadaglobal
David Daniel (elec, p)

Ein armer, aber genialer Erfinder entdeckt mit Hilfe eines speziellen umgekehrten Periskops, durch das er den Meeresgrund sehen kann, einen verborgenen Schatz. Der dritte Film der Submarine Film Corporation greift auf die Fantasie von Jules Verne und die Konventionen klassischer Abenteuerfilme zurück und spiegelt die Faszination früher Filmemacher für die Tiefen des Meeres wider.

Vertont wird der Film von Dadaglobal, der von der klassischen Musik kommend heute eine feste Grösse der experimentellen Elektronik-Szene ist, und für den sich traditionelle Orgel- und Klavierklänge und moderne elektronische Beats keineswegs gegenseitig ausschliessen.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr